Macintosh vs. Intel & Co.
- Ein Vergleich -

Frage:
Immer wieder taucht eine Frage auf, was denn am Mac eigentlich besser sei als an Windows. "In erster Linie das Design von Interface und Hardware beim Mac viel funktionaler und schöner" ist meist die erste Antwort.
Aber es gibt wichtigere Gründe warum man niemandem Windows empfehlen kann: Windows ist das unsicherste Betriebssystem das es zur Zeit gibt und Microsoft versucht nicht nur den Markt zu beherrschen sondern sogar direkt den Kunden und ist deshalb nicht vertrauenswürdig.
Aber man muss ehrlich sein: Keines der heute erhältlichen Computersysteme ist perfekt und auch der Macintosh hat seine Schwächen.
Welches System man persönlich vorzieht das muss jeder selbst entscheiden - Hier finden Sie ein paar Vor- und Nachteile beider Plattformen.


Antwort:

Das Mac OS (Macintosh Operating System) war immer schon einfacher zu bedienen als Windows, aber seine technische Weiterentwicklung war eingeschränkt so dass Windows zumindest in diesem Bereich bald die Oberhand gewann. Windows NT und Windows ab Version 95 beherrschten preemptives Multitasking, das heisst mehrere Programme benutzten den Prozessor zur gleichen Zeit. Windows NT konnte zudem auch mehrere Prozessoren benutzen. Gewaltige Vorteile gegenüber dem alten MacOS das nur ein cooperatives Multitasking kannte in dem die Prozesse immer stückweise nebeneinander abgearbeitet wurden (mit Ruckelbewegungen und Unterbrechungen) und das ohne Multiprocessing auskommen musste. Für Office-Anwendungen war das zwar nicht von Belang (Briefeschreiben und gleichzeitig ausdrucken oder surfen ging auch mit cooperativem Multitasking sehr gut) wohl aber bei Servern und Großsystemen und war deshalb ein guter Grund für Großfirmen alles auf Windows aufzubauen.
Mac OS X, das neue System von Apple, räumt mit diesen Nachteilen auf. Es baut auf einem Unix-Kern auf. Unix ist das leistungsfähigste Computersystem und beherrscht Multitasking und Multiprocessing seit seiner Entstehung, im Gegensatz zu Windows NT und 95 die diese Fähigkeiten erst im Nachhinein aufgeflickt bekamen und bei denen es deshalb nicht immer ganz reibungslos läuft. Der grosse Nachteil von Unix ist aber seine Kompliziertheit. Ernsthaft einsetzen kann man es nur mit Hilfe von Spezialisten. Das Non-Plus-Ultra wäre also ein Computer der so einfach zu bedienen ist wie ein Macintosh und so leistungsfähig wie Unix. Und genau das bietet Mac OSX.


Hardware: Wieso Macintosh - nicht Apple ?

"Macintosh" nennen sich die Computer der Firma Apple. Das Typische an ihnen ist dass der komplette Computer, also Hardware inklusive Betriebssystem (Mac OS X), von Apple hergestellt und aufeinander abgestimmt wird. Das ist der Hauptgrund weshalb diese Computer einfacher zu bedienen sind. Aber auch weil Apple sich bemüht seine Software nicht mit unnötigen Funktionen zu überladen, stattdessen aber innovativ zu sein mit Funktionen die wirklich etwas bringen. Und mit Liebe zum Detail.

Wussten Sie zum Beispiel dass in Mac OS X jeder Benutzer des Computers seine eigene Sprache verwenden kann? Beim einloggen am Mac erscheinen das gesamte System und alle Apple Programme in der von Ihnen bevorzugten Sprache. Ohne jede Zusatzinstallation. Sogar Chinesisch oder Hawaianisch sind vorhanden.

Wie oft fanden Sie sich schon mit Ihrem Laptop in einem abgedunkelten Zugabteil oder abends draussen und konnten zum Schreiben die Tastaturbeschriftungen nicht mehr erkennen! Apples neue Portable Macs besitzen eine Tastaturbeleuchtung die sich einschaltet sobald die Umgebung zu dunkel ist.

Apple hat mit dem G5 Mac im Juli 2003 bereits das 64 Bit Zeitalter für Heim und Büro eingeleitet während dies unter Windows noch immer teuren High End Serversystemen vorbehalten ist.

Apples 17" PowerBook ist das erste Notebook der Welt mit einem solch grossen Display.



Intel- und AMD-Prozessoren haben höhere Taktraten !

Die Prozessoren die der Macintosh verwendet sind anders konstruiert als Windows-Pentium Prozessoren. Mac Prozessoren benötigen viel weniger MHz um auf die gleiche Leistung zu kommen wie ein Pentium. So entsprechen 2 GHz beim Mac (G5 Prozessor) etwa einem 3 GHz Pentium. Der Mac hat zudem den Vorteil dass seine Prozessoren weniger Strom verbrauchen und weniger warm werden. Manche Mac Computer benötigen deshalb nicht einmal einen Lüfter (G4 Cube, iBook, Power Book). Apples G5 Mac ist zudem der erste 64 Bit PC der Welt.



Intel- bzw. AMD-Maschinen sind schneller !

Auch wenn der PowerPC Prozessor trotz niedrigerer Taktrate so schnell ist wie ein doppelt so hoch getakteter Pentium, so zählt am Ende für das Arbeitstempo die Maschine als Ganzes. Schlecht angepasste Software und vor allem das noch immer zu langsame Mac OS X selbst ist verantwortlich dafür dass die leistungsstärksten jeweils erhältlichen Wintel Computer (Intel Prozessor mit Windows betrieben) im direkten Vergleich mit dem jeweils leistungsstärksten Mac meistens die Nase vorne haben. Man könnte natürlich die Software für den Mac besser anpassen (hallo Adobe!) aber soll man darauf warten? Doch bleiben wir auf dem Boden der Realität: Ein 400 MHz G4 Mac genügt vollkommen selbst für professionelle Layout und Retouche-Arbeiten. Selbst bei Grossprojekten wie den StarWars Filmen wird die Previsualisierung auf dem Mac geschnitten. Wer im Büro oder Zuhause mit Word, Excel, FileMaker und Internet-Programmen arbeitet oder die Nächte mit Games verbringt ist mit Minimum Konfigurationen heutzutage bereits mehr als genug gerüstet. Ob Sie Ihre Arbeit schnell genug machen hängt in erster Linie davon ab wie Sie sich organisieren und wie gut Sie Ihre Programme beherrschen, nicht nur von der Geschwindigkeit Ihres Computers und dabei hilft Ihnen der Mac besser als eine Wintel Maschine.

Der 3. schnellste Computer der Welt ist übrigens der "Big Mac" der technischen Universität von Virginia. Er besteht aus 1100 G5 Macintosh Computern die in einem Cluster zusammengeschaltet unter Mac OS X arbeiten. Die Universität hatte nur wenig Geld zur Verfügung um einen Supercomputer zu bauen und fand dank Apple Macintosh zu einer Lösung die nur 7 Millionen Dollar kostet. Andere Supercomputer dieser Leistungskategorie kosten sicher wohl um 200 bis 300 Millionen Dollar.


Es gibt doch mehr Software für Windows ?


Das war einmal. Mit Mac OS X hat man nun, nebst all den klassischen Macintosh Programmen, Zugang zu der praktisch unendlichen Vielfalt von Programmen der Unix und Linux-Welt. Und man darf nicht vergessen dass Programme wie Illustrator, Photoshop, FreeHand, Flash, Word, FileMaker, Excel, XPress, PageMaker etc. alle ursprünglich ausschliesslich für den Macintosh geschrieben wurden. Hinzu kommen Programme wie iMovie, iDVD, FinalCut - in allen Testberichten als die besten Tools für Video Editing und Producing gelobt - die es für Windows nicht gibt.


Sie brauchen Microsoft Office ?


Microsoft Word, Excel und PowerPoint im Office Paket sind Standard in jedem Büro. Das Paket gibt es auch für Mac OS X zu kaufen (schliesslich waren Word und Excel 1984 ausschliesslich für den Mac erfunden worden.) Allerdings ist Office für fast 700 Euro eine happig teure Software wenn man bedenkt dass die Bürosoftware AppleWorks ebenfalls alles bietet was ein Mensch jemals im Büro braucht, viel einfacher zu bedienen ist als Microsoft Office, mit weniger RAM und Harddisc auskommt und nur 100 Euro kostet - falls es Ihrem Mac nicht schon beiliegt. AppleWorks kann zudem Word und Excel Dokumente öffnen und speichern.


Multimedia - das gibts auch daheim ?

Nicht genug dass alle Macs mit Firewire Anschlüssen ausgestattet sind, sie kommen auch gleich mit der passenden Software. iMovie ist bei jedem Mac dabei. Sie schliessen Ihre digitale Videokamera an den Mac an und können mit Hilfe von iMovie Ihre Videos bearbeiten, schneiden, vertonen, mit Effekten versehen und wieder auf Band ausspielen. Wer einen Mac mit DVD brenner hat erstellt mit seinen Filmen aus iMovie gleich seine eigenen DVDs. Sie denken das ist sicher alles schwierig? Keineswegs, iMovie ist so einfach zu bedienen dass Sie nicht einmal ein Handbuch brauchen um damit umgehen zu können. Wie schon die NewYork Times dazu schrieb: "Sicher kann man auch unter Windows Filme schneiden und vertonen, aber wird das jemals so einfach sein wie heute schon mit dem Macintosh? Wahrscheinlich nicht."


Sicherheit von Daten bzw. sicher surfen ?

Tagtäglich hören wir in der Presse von Computerviren und Computer Hackern. Immer in Zusammenhang mit Windows Computern. Eigentlich ist es heutzutage unverantwortlich ein Firmennetzwerk oder auch nur eine Website einem Windows-Computer zu überlassen. Das klassische Mac OS war hingegen so sicher dass es selbst ohne Firewall in monatelangen öffentlichen Tests nicht durchbrochen werden konnte. Kein Wunder also dass auch die US Army ihre Web-Sicherheit lieber einem Mac anvertraut. Viren die das Mac OS X System befallen könnten sind bisher keine aufgetaucht, lediglich wenn Sie Microsoft Software verwenden wie z.B. Outlook Express und Office könnten unter Umständen Makroviren innerhalb dieser Programme aktiv werden.
Hier ein kleiner Auszug aus einer Zeitung: "Als die neusten Virus Infektionen sich über das Internet verbreiteten und tausende von PCs in Heim und Büro unbrauchbar machten, machten Macintosh Benutzer was sie immer machen während solcher Virus Attacken - sie arbeiten weiter. Das ist weil solche "Blaster worms" auch bekannt als LovSan und MSBlast, den Mac nicht angreifen können. Stets haben Mac User es viel leichter als Windows User wenn es um Sicherheit geht. Das Fehlen von Viren und die wenigen existierenden Bedrohungen lassen selbst Mac User die jegliche Sicherheitsmassnahmen ignorieren nie Probleme haben deswegen."
Bei Unix und Mac OS X hängt die Sicherheit sehr davon ab wie das System vom Administrator eingerichtet wird. Mac OS X out of the box, also frisch installiert ist recht sicher. Auch wenn bisher keine Zwischenfälle bekannt geworden sind und keine Viren für OSX existieren, OS X zu hacken ist theoretisch möglich. Für Sicherheitslecks die entdeckt werden liefert Apple aber innert kurzer Zeit Updates - schneller als Microsoft die oft lange braucht um nur schon die Existenz des Lecks zuzugeben.

"Achtung, eine Warnung: Wenn Sie nicht wollen dass Microsoft Ihren Computer kontrolliert, benutzen sie kein Windows System!" In den Lizenzvereinbarungen zu Windows steht eine Klausel die es Microsoft erlaubt jederzeit via Internet auf Ihren Rechner zuzugreifen um "Digital Rights Management" zu betreiben.

auch hier ein Zeitungsartikel dazu: Als Chef der Microsoft-kritischen Organisation ProComp hat Mike Pettit die Vorabversion des XP-Servicepakets untersucht und festgestellt, dass sich Microsofts eigene Hilfsprogramme immer wieder von selbst melden, auch wenn der PC anders eingestellt ist. "Man hat Windows so konstruiert, dass es sich über die Entscheidungen des Kunden hinwegsetzt", sagt Pettit der SonntagsZeitung. Microsoft will sich als reformierter Monopolist zeigen, unternimmt aber nur kleinste Schritte. Die negativen Reaktionen zeugen vom Misstrauen, das Microsoft derzeit in der PC-Industrie entgegenschlägt.



MacOS X ist nur eine billige XP Kopie ?

Wiedereinmal hat es Windows dem Macintosh nachgemacht und ein neues System in völlig überarbeitetem Design herausgebracht. Apples Idee mit einem neuen System die Beschränkungen des 17 Jahre alten Mac OS hinter sich zu lassen "inspirierte" Microsoft ebenfalls alte Bürden abzulegen (DOS). Die Kompatibilitätsprobleme mit Sound- und Videokarten sind Windows aber treu geblieben. Und meine persönliche Meinung: Windows ist hässlich und bei Windows XP ist die Hässlichkeit nur einfach etwas farbiger.


Ist der Mac und sein System perfekt ?

Auch der Mac ist nicht perfekt. Gottseidank ist OS X mit der Version Panther wieder ein Stück schneller geworden, doch es könnte besser sein. Auch wenn der Mac sicher die konsequenteste Benutzerschnittstelle bietet von allen Systemen (ausser ev. BeOS), das alte Mac OS war konsequenter als das neue Mac OS X und hatte eine Human Interface Guideline die straffer und logischer war. Zum Beispiel: weshalb gehen in OS X bei einem Klick auf ein Mailfenster oder des Browsers nicht auch gleich alle anderen Fenster des Programms nach vorne, oder weshalb man mitten im Schreibfluss unterbrochen wird wenn eine Fehlermeldung auftaucht und man plötzlich ins Leere schreibt, zudem noch begleitet von einem hässlichen "Piep" für jeden Buchstaben den man getippt hat. ärgerlich dass das auch in Version 10.3 noch nicht behoben wurde. Besonders hässlich ist generell die Implementation der Druckfunktionen. öffnet sich nach dem Befehl zum Drucken das Dialogfenster muss man die wichtigsten Funktionen die - speziell bei Farb-Tintenstrahl-Drucker - Papierformat, Papierqualität oder Druckqualiät betreffen erst mal in Unterhierarchien suchen oder gar in anderen Dialogfenstern. Auch die Konfiguration des Druckers, Druck-Monitor und Warteschlange sind derart kompliziert verschachtelt untergebracht und die Handhabung für die Druck-Unterbrechung so verwirrend dass selbst Benutzer mit etwas Erfahrung sich die Haare raufen.

Wer sehen will was auch am Mac alles schiefgehen kann bzw. welche Probleme Benutzer unter Umständen haben, soll einmal auf www.apple.com unter "Support" in die "Discussion"-Foren hereinlesen.


das Fazit beider Welten :

Es ist erstaunlich - dass so viele Computer-Käufer freiwillig ein schlechteres Produkt kaufen. Sie haben eine wurmstichige Birne und einen saftigen reifen Apfel vor sich liegen, haben die freie Wahl und nehmen die Birne.

Das muss wohl daran liegen, dass man das Wurmstichige an der Birne von aussen nicht erkennt, und dass niemand darauf hinweist. Aber letztendlich - jeder muss für sich entscheiden mit was er arbeiten will....