System 7.1 bis MacOS 9.2.2 optimieren
- System einrichten & konfigurieren -

Frage:
Wie optimiere ich ein älteres System (z.B. System 7.5.5) ?

Antwort:
Die älteren System (7.1 bis 7.5.5) laufen im allgemeinen schon recht flüssig ohne lange Wartezeiten mit der Armbanduhr. Dennoch gibt es ein paar Sachen wo man Resourcen sparen und Prozessorleistung minimieren kann.

Im allgemeinen bin ich kein Freund von sogenannten Betriebssytem optimierungen wo irgendwelche Sachen aus dem Systemordner entfernt werden. Optimierung ist in meinen Augen in erster Linie die Abschaltung von Systemprogrammen und Hintergrund-Diensten, sowie (das ist jetzt ein wenig Paradox)das installieren von nützlichen Hilfsprogrammen und Systemerweiterungen. Beim Optimieren muss man sich leider oft zwischen Funktionalität und Performance entscheiden: zur Steigerung der Performance schaltet man gewisse Funktionen ab oder unterdrückt sie irgendwie. Manchmal auf eine kritische Weise, die dann wiederum die Stabilität des Systems beeinträchtigt.

Alle hier aufgeführten Tips beeinträchtigen in keinster Weise die Stabilität des Systems und glauben Sie mir - wir machen damit aus einen Kleinwagen, ein Sportwagen.



Benötigte Programme :

- Bordmittel (alles in dem System 7.x bis 9.2.2 enthalten).



Schritt 1: Systemerweiterungen ein/aus

Beginnen wir gleich mit dem Startvorgang des Mac: Wer die Shift-Taste (Großschreibtaste) während des Aufstartens drückt und hält, kommt in den Genuss eines Turbo-Starts. Im Gegenzug werden all die Erweiterungen des Mac nicht geladen, was bewirkt, dass sämtliche Funktionen des Computers nicht verfügbar sind (nicht einmal eine CD wird mehr erkannt!).

Ein guter Kompromiss ist, die unnötigen Erweiterungen mit Hilfe des Kontrollfelds "Erweiterungen Ein/Aus" zu deaktivieren; etwa die Text-to-Speech- und die Speech-Recognition-Software, QuickDraw 3D (das meistens nur von 3D-Spielen benötigt wird), ColorSync, AppleTalk, Benutzer und Gruppen, wenn sie nicht gebraucht werden, nie verwendete Software wie den KlickStarter und die Weltkarte (die ja doch viel zu klein ist), AppleShare, Druckertreiber von Druckern, die man gar nicht besitzt, und schliesslich FileSharing und PrinterShare.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Erweiterung brauchen oder nicht, klicken Sie im Kontrollfeld "Erweiterungen Ein/Aus" auf das betreffende Objekt: unten rechts im Fenster erscheint dann ein Informationstext (ab MacOS 7.6, ansonsten hier auf Mac-Secret), mit dessen Hilfe Sie herausfinden können, ob Sie die Erweiterung brauchen oder nicht. Das Gleiche gilt auch für unnötige Schriften im Schrifte-Ordner und Warntöne im Systemkoffer, die aus den betreffenden Ordnern einfach herausgezogen werden können und in einem neuen Ordner ausserhalb vom Systemordner aufbewahrt werden. So das Sie bei Bedarf einfach wieder in den Systemkoffer geschoben werden können.



Schritt 2: Kontrollfeld "Allgemeine Einstellungen"



Es ist empfehlenswert, die Optionen "Systemordner / Programmorder schützen" nicht anzukreuzen, da sonst u.U. der Mac erheblich verlangsamt werden kann. Die Einfügemarke- und Menübefehle-Blinkfrequenz auf schnell bzw. aus stellen(siehe Abbildung oben).



Schritt 3: Kontrollfeld "Speicher"

Die Einstellungen in diesem Kontrollfeld können das Tempo des Macs ganz besonders stark beeinflussen!.



Volumencache:

Der Volumencache speichert häufig benutzte Dateien im Arbeitsspeicher(=RAM, Random Access Memory), um bei erneutem Aufruf die Daten erheblich schneller zu Verfügung zu stellen und beschleunigt somit die Festplattenzugriffe. Der dem Volumencache zugewiesene Speicher wird von der Menge an installiertem Arbeitsspeicher abgezogen; deshalb sollte dem Volumencache nicht zuviel Speicher zugeteilt werden. Als Faustregel gilt: die Menge an installiertem Arbeitsspeicher in Megabytes (unter "über diesen Macintosh" abrufbar) mal 32 ergibt die empfohlene Menge an Volumencache. Ab Mac OS 8.5 erfolgt die Berechnung automatisch.

Beispiel: 24 Megabytes mal 32 = 768 Kilobytes Volumencache.

Virtueller Speicher:

Je nach Betriebssystem und Mac-Modell verlangsamt oder beschleunigt der Virtuelle Speicher den Computer. Besonders bei High-End-Anwendugen wie Filmschnitt (oder andere RAM-intensive Programme) kann ein eingeschalteter Virtueller Speicher den Mac erheblich verlangsamen. Da PowerPC-optimierte Programme bei eingeschaltetem Virtuellen Speicher(=VM, Virtual Memory) z.T. nur noch die Hälfte der ursprünglichen Menge an Arbeitsspeicher verlangen, empfiehlt es sich dennoch, den VM zu aktivieren.

Als Faustregel gilt wiederum: Menge an installiertem Arbeitsspeicher + 1 = Empfohlene Grösse des Virtuellen Speichers.

Ram-Diskette:

Die Ram-Diskette ist das Gegenteil des Virtuellen Speichers. Sie simuliert eine Art "Festplatte", die zur Speicherung von Daten den Arbeitsspeicher benützt. Da das RAM viel schneller ist als eine gewöhnliche Festplatte, ist eine RAM-Diskette extrem schnell. So kann eine als Startlaufwerk benutzte RAM-Diskette mit einem minimalen Systemordner darauf installiert den Startvorgang des Computers in Windeseile erledigen (je nach Mac ca. in 10 Sek. !). Die Verwendung einer Ram-Diskette empfiehlt sich jedoch nur bei Computern mit sehr, sehr viel RAM. Modern Memory Manager (=MMM, nur vor System 7.6): Der MMM beschleunigt zwar PowerPC Programme, ist jedoch oft Auslöser des berüchtigten Fehler 11. Der Einsatz des MMM empfiehlt sich deshalb nur, wenn keine Probleme auftreten.

Speichertest:

Wird beim öffnen des Kontrollfeldes "Speicher" die Befehls- und Wahltaste festgehalten, erscheint unten im Kontrollfeld die Option "Speichertest". Ist sie deaktiviert, verzichtet der Mac beim Aufstarten auf die Prüfung der einzelnen RAM-Bausteine, was auf Macs mit viel RAM für einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs beim Start sorgt. Allerdings werden dadurch auch eventuell vorhandene Fehler nicht korrigiert, sodass Abstürze sich häufen könnten (was sehr selten der Fall ist).



Schritt 4: Kontrollfeld "Darstellungen"



In der Listenansicht eines Fensters sollte wenn möglich die Option "Ordnergrösse berechnen" deaktiviert werden, da ansonsten das Öffnen des betreffenden Fensters sich u.U. sehr in die Länge ziehen kann (siehe Abbildung oben).



Schritt 5: Kontrollfeld "Monitore" bzw. "Monitore&Ton"



Besonders auf älteren Macs kann eine zu hohe Anzahl an Bildschirmfarben die Geschwindigkeit des Mac in die Knie zwingen. 16.7 Millionen Farben sind viel zu viel. Auch bei Spielen oder Grafikanwendungen reichen meist 32'768 Farben. Für normale Text-Arbeiten reichen 256 Farben völlig (einzig zum Betrachten von QuickTime-Filmen haben 32'768 Farben eine beschleunigende Wirkung). Wer einen alten Mac hat, kann auch den Bildschirm auf Schwarz/Weiss umstellen, der Zeitgewinn ist zum Teil erheblich (etwa beim Scrollen)!.